Rassen des Jahres 2017- Sächsische Flügel-, Schwalben- und Schildtauben

Perlen der Farbentaubenzucht

Historie

Mit den vom Sonderverein der Züchter Sächsischer Flügel-, Schwalben- und Schildtauben von 1920 betreuten drei Rassen wissen wir ein besonders altes und in der Welt der Taubenzüchter beliebtes Kulturgut zu pflegen. Beliebt sind die auffälligen Tauben mit ihrer Heimat in Sachsen, Böhmen und der Lausitz auch außerhalb von Deutschland. Und wenn man sagt in der Welt der Taubenzüchter, dann meint man das auch bildlich. Inzwischen sind Sächsische Farbentauben auf der ganzen Welt beheimatet, ob in den USA, Australien, Kanada oder in Asien sowie anderen europäischen Ländern, überall findet man unsere Taubenperlen. Den Grundstein für ihren Siegeszug in die große weite Welt traten sie gewissermaßen mit der Gründung des ersten Sondervereins an. 1895 wurde der Verein Sächsischer Farbentauben gegründet. Damit wurden richtungsweisende Grundideale unserer Rassen gefestigt und weiterentwickelt. 1920 kam dann ein weiterer Spezialclub hinzu, nämlich der „Club Sächsischer Flügeltauben-Züchter“. In diesem werden seit 1924 auch die Züchter der Sächsischen Schwalben und seit 3. Mai 1931 die der Sächsischen Schildtauben betreut. Heute umfasst dieser ca. 120 Mitglieder aus Deutschland, anderen europäischen Ländern und Übersee. Wünschenswert wären jedoch mehr junge Zuchtfreunde, welche die Zukunft des SV und der von ihm betreuten Rassen gewährleisten würden.

Die sächsischen Farbentauben sind für viele der Inbegriff von weißen Binden und weißer Schuppung in Perfektion. Mit ihnen können es nicht viele andere Taubenrassen aufnehmen. Mithalten können da wohl nur Startauben und Luchstauben. Bei anderen Taubenrassen konnten sich weiße Binden und Schuppung einfach nie so richtig durchsetzten und etablieren. Im Grunde genommen sind doch weißbindige Thüringer oder weiß-geschuppte Süddeutsche Farbentauben wohl eher eine seltene Ausnahme als die Regel. Und an ihrer Entstehung ist in vielen Fällen sicherlich auch ,,sächsisches Blut“ nicht unbeteiligt gewesen.

 

Haltung und Zucht

Vielen Taubenfreunden ,,graut” es schon bei dem Gedanken belatschte Taubenrassen zu halten. Dieser alten Meinung sollte man grundsätzlich kritisch entgegentreten und es erst selbst ausprobieren, denn das ist bei weitem kein Grund, um sich der Zucht von ,,Latschentauben“ zu verschließen. Natürlich sind Einzelsitze bei belatschten Taubenrassen, am besten sogenannte Sitzteller, von großem Vorteil für die ,,Lebensdauer“ der Fußbefiederung. Was für das Fußwerk eher von Nachteil sein kann, ist ständige Nässe in Form von Regen und auch Schnee. Die Federn können dann unter Umständen abbrechen, wodurch die Qualität des Fußwerks leidet. Beiläufig bemerkt, sollten auch die Ausflüge von den Schlägen in den Freiflug bzw. die Voliere von gewisser Größe und Breite sein, damit die Latschen das tägliche Rein und Raus unbeschadet überstehen. Natürlich bricht auch bei sorgfältigster Pflege und größtem Einsatz mal die eine oder andere Latschenfeder ab. Die Tauben, bei denen das Fußwerk bis ins Frühjahr hinein unbeschadet bleibt, sollten vor allem in der Zucht eingesetzt werden, um diese Eigenschaft zu festigen. Allgemein lässt sich feststellen, dass die Schildtauben mit ihren weißen Latschenfedern einfacher schaufertig zu machen sind, als die Flügeltauben und Schwalben mit ihren farbigen Latschenfedern. Vor allem die Roten und Gelben neigen schnell dazu eine schilfige oder gar ganz weiße Feder bei Nachmauser auszubilden. Dass für Sauberkeit und Ordnung in den Schlaganlagen zu sorgen ist, versteht sich von selbst und ist die Grundlage für jede erfolgreiche Tierhaltung. Dennoch kommt es unseren weißgrundigen Rassen besonders zu Gute, wenn sie einen sauberen Schlag vorfinden und regelmäßig die Möglichkeit haben, ein reinigendes Bad zu nehmen, durch das ihre Schönheit und Eleganz noch mehr zum Ausdruck kommt.

Ansonsten sind Sächsische Farbentauben im Allgemeinen und unsere drei Rassen im Speziellen vollkommen unkompliziert zu haltende Taubenrassen, die keine besonderen Ansprüche stellen. Sie ziehen ihre Jungtiere ohne Probleme selbst auf, brüten zuverlässig und die Paare sind auch untereinander im Vergleich zu anderen Rassen sehr verträglich.

Auch bei der Fütterung muss man nicht viel beachten. Als kleiner Tipp am Rande sei hier noch erwähnt, dass es sich bei belatschten Rassen besonders gut macht, wenn man die Futtertröge links und rechts mit kleinen Füßen versieht und diese somit erhöht, damit die Tauben beim Fressen den vorderen Teil ihres Fußwerks quasi unter den Trog stecken können. So verhindert man ein unnötiges Abbrechen der Latschenfedern im vorderen Bereich.

Was natürlich auf viele Farbentauben zutrifft, ist auch bei unseren Sachsen eine gewisse Scheu. Eine Farbentaube wird wohl auch nie das ruhige und zutrauliche Wesen einer Kropf- oder Strukturtaube zeigen. Dazu steckt in ihnen einfach zu viel ,,wildes“ Blut. Deswegen fangen die meisten Züchter ihre Tauben vor der Ausstellung auch meistens im Dunkeln ein, da es am helllichten Tag oft zu unangenehmen Überraschungen kommen kann, wenn zum Beispiel die Binden vergriffen werden oder hinterher die ein oder andere Schwanzfeder fehlt. Beschäftigt sich der Züchter jedoch intensiv mit seinen Tauben, dann werden auch sie ruhiger und vertrauter und gewöhnen sich an ihren Pfleger.

Ein gewisses züchterisches Talent und Geschick erfordert auch bei unseren Sächsischen Farbentauben das fachgerechte Putzen, als dringend notwendige Tätigkeit vor dem Ausstellen. Darin unterscheiden sie sich wenig von anderen gezeichneten Rassen. Mit etwas Übung und vor allem guten Willen gelingt einem auch diese Herausforderung.

 

Die Flügeltaube – die Königin unter den sächsischen Farbentauben

Am beliebtesten und weitesten verbreitet ist mit Abstand die Sächsische Flügeltaube mit all ihren verschiedenen Farbenschlägen mit Rundhaube oder glattköpfig. Erstgenannte sind wohl im Erzgebirge entstanden, jene ohne Rundhaube (ugs. auch als „Glatte“ bezeichnet) in Schlesien und der Oberlausitz.

Ihre große Beliebtheit verdanken die Flügeltauben ihrer wunderbaren Zeichnung. Farbig sind die Schnippe, das Fußwerk und der namensgebende Flügel, mit Ausnahme des Schulterherzens, welches weiß ist, wie der Rest des Körpers. Hinzu kommt eine Bandbreite an Farbenschlägen mit weißen, schwarzen bzw. dunklen Binden, weißer Schuppung oder Hämmerung bei Farbenschlägen auf blauer Basis.

Wir haben es bei der Flügeltauben-Scheckung mit einem anspruchsvollen Scheckungsmuster zu tun, dass sich dennoch sehr konstant vererbt, ohne dass es zu übermäßig vielen Tieren in der Nachzucht kommt, die abweichend gezeichnet sind. Das ist eigentlich sehr erstaunlich und als positiv zu werten. Wenn, dann ist es höchstens die Schnippe, die uns Sorgen bereitet, denn auf deren richtige Ausformung kommt es an. Sie darf nicht aufsitzen oder anhängen. Das sind grobe Fehler, die sich auch durch fachmännisches Putzen nicht beheben lassen. In einigen wenigen Fällen verhindern auch ein paar farbige Herzfedern das Ausstellen eines sonst rassigen Tieres, da beim Putzen eben dieser Federn ein einseitiges oder auch zu kurzes Herz entsteht, was vom Preisrichter moniert werden muss. Nichtsdestotrotz sind solche Tauben bei ansonsten rassiger Eleganz sehr wertvolle Zuchttiere, wenn man sie an den richtigen Partner setzt. So können die im Prinzip wertlosen ,,Weißköpfe“ (Flügeltauben ohne Stirnschnippe), die hin und wieder anfallen, auch gute Zuchtdienste leisten, wenn man sie an einen Partner mit übergroßer Schnippe setzt.

Unsere weißgeschuppten Sächsischen Flügeltauben können zu Recht als Krönung der Flügeltaubenzucht angesehen werden und ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, wohl auch als Krönung züchterischen Könnens und Schaffens im Allgemeinen. Stellen Sie sich eine edle schwarz-weißgeschuppte Flügeltaube mit exakter Finkenzeichnung und Rundhaube bei perfektem Sachsentyp mit vollem, überbautem und abgerundeten Fußwerk vor. Gibt es etwas Schöneres für einen (Farben-)Taubenzüchter, an dem man sich erfreuen kann? Wohl kaum.

Reißerflügel sind rot- und gelbfahlgehämmerte Sächsische Flügeltauben, die es ebenfalls mit oder ohne Rundhaube gibt, wobei die Kappigen sehr selten sind. Die Heimat der Reißerflügel ist vor allem die Oberlausitz. Ihr Name leitet sich von dem Umstand ab, dass durch das „Aufreißen“ des Flügels die farbigen Innenfahnen sichtbar werden und dadurch der Kontrast zu den hell gefärbten Außenfahnen deutlich wird. Bei geschlossenem Flügel erscheinen die Schwingen hell. Wichtig ist, dass die Fußwerksfedern farbig sind und sich keine einfarbig weißen Federn einschleichen.

Zur 2. Europaschau für sächsische Farbentauben im Januar 2011 in Zwönitz standen knapp 600 Flügeltauben in allen Varianten. Ein großartiges Meldeergebnis. In den Jahren 2012 und 2013 waren um die 450 Sächsische Flügeltauben, die den Weg zur Hauptsonderschau angetreten hatten. Zur 1. Weltschau im Januar 2016 standen 186 glattköpfige und 461 kappige Sächsische Flügeltauben.

Böhmische Flügelschecken – ein Meisterwerk der Züchterkunst

Als eine absolute Rarität können und müssen leider auch unsere Böhmischen Flügelschecken bezeichnet werden. Sie sind im Grunde eine Abart der Flügeltauben. Es gibt sie wie ihre Schwestern auch in glattköpfig und mit Rundhaube. Um eine Flügelschecke in den Ausstellungskäfig zu stellen, bedarf es monate- und jahrelanger Pflege, enormes Können und großes Expertenwissen. Viele können sich das sicher nicht vorstellen und etlichen wird es am Durchhaltevermögen und Ausdauer fehlen. Mehr oder weniger einfarbig fliegen die Tauben aus und zeigen ihre beeindruckende Scheckung erst im Alter von mehreren Jahren. So kann es sein, dass eine Flügelschecke gerade ausgereift ist, als dass sie schon nicht mehr ausgestellt werden kann, da sie laut AAB zu alt ist. Meistens jedoch kann so ein Edelstein in der Farbentaubenwelt zwei oder drei Jahre lang dem Publikum präsentiert werden.

Die wenigen ,,Fanatiker“, die sich um den Fortbestand dieser Raritäten bemühen, wären dem einen oder anderen neuen Anhänger dieser Rasse sicher behilflich beim Aufbau einer Zucht.

Sächsische Schwalben – unsere Raritäten

Die Schwalbentauben mit Heimat in Sachsen fristen in gewisser Weise ein „Mauerblümchen-Dasein“ im Schatten ihrer übermächtigen Schwester, der Sächsischen Flügeltaube. Sie unterscheiden sich von diesen nur durch den Fakt, dass ihr Kopf nicht von einer farbigen Schnippe, sondern von einer farbigen Platte geziert wird. Im Gegensatz zu den Flügeltauben und Thüringer Schwalben, existieren die Sächsischen Schwalben nur mit Rundhaube, zumindest in heutiger Zeit. Historischen Aufzeichnungen und Dokumenten zu Folge muss es sie wohl einst auch glattköpfig gegeben haben. Die richtige Größe der Plattenzeichnung zu erreichen ist gar nicht so einfach. Nicht wenige ansonsten sehr rassige Vertreter haben eine einseitige Platte oder weiße Stellen im eigentlich farbig geforderten Bereich. Hier wird wohl die Einkreuzung von kappigen Flügeltauben nicht ganz unbeteiligt sein. Das andere Extrem, was wahrscheinlich eher seltener auftritt, sind übervolle Platten, bei denen das farbige Gefieder in die Haube übergreift und ein fachgerechtes Putzen unmöglich macht. Woanders als bei den Sächsischen Flügeltauben lässt sich wohl keine Unterstützung zur Blutauffrischung und Zeichnungsverbesserung holen, da Nürnberger und Thüringer Schwalben in der Regel einfarbig sind, ohne weiße Binden oder Schuppung. Und das Einkreuzen von Tieren ohne den Toy-Stencil-Komplex in unsere weißbindigen und weißgeschuppten Rassen ist ein langer Weg, der am Ende meist zur Folge hat, das man wieder dort steht, wo man angefangen hat.

Um eine richtige Darstellung der Plattenzeichnung und Rundhaube zu erreichen, ist vor allem bei den Schwalbentauben eine gewissen Schädelbreite erforderlich, andernfalls ginge die rassetypische Eleganz verloren.

Im Allgemeinen können zuchtstandsbezogen an die Binden und gleichmäßige Schuppung in Dreiecksform noch nicht die hohen Anforderungen gestellt werden, wie bei den Flügeltauben. Einzig einige Spitzentiere bei den Schwalben der Blaureihe können sehr hohen Anforderungen gerecht werden, was Reinheit und Exaktheit der Binden und Schuppung anbelangt.

Übrigens sind dunkel angelaufene Augenränder bei schwarzen und blaufarbigen Schwalben KEIN Fehler. Dieses Zugeständnis wird der Seltenheit und den Schwierigkeiten in der Zucht geschuldet.

Belatschte Schildtauben in drei Varianten

Schildtauben sind in allen Farbentaubenfamilien zu finden. Bei den Thüringern und Süddeutschen gibt es sie, aber auch unter den Schweizer und Fränkischen Farbentauben finden wir Tauben, die ein weißes Körpergefieder in Verbindung mit farbigen Flügelschildern zeigen. Vereinheitlicht wurde vor einiger Zeit bei allen Schildtauben die Forderung nach dem Schwingenverhältnis von 8 bis 10 weißen Handschwingen. Mehr oder weniger weiße Handschwingen oder gar Wechselschwingen sind grobe Fehler. Insgesamt darf eine der links und rechts je vier Klappen- (auch Daumenfedern genannt) weiß sein. Verglichen mit den übrigen Schildtaubenrassen gibt es nur bei unseren Sächsischen Schildern zudem noch drei verschiedene Kategorien: glattköpfig, mit Rundhaube und doppelkuppig. Die Sächsischen Schildtauben erfreuen sich einer recht großen Beliebtheit, aber vielfach hängt ihr Fortbestand dennoch nur an einigen wenigen Züchtern. Vor allem Glattköpfige stehen weit oben in der Gunst der Züchter. Die Vertreter mit Rundhaube bereiten uns ein wenig Sorge. Hier könnten sich mehr Züchter dieser schönen Tauben annehmen. Was die Ausbildung der Nelke bei den Doppelkuppigen angeht, so kann man nicht die Ansprüche stellen wie an die Nelken der Trommeltauben. Die Nelken brauchen auch gar nicht so üppig groß zu sein. Etwas unterbauter und damit freistehender dürften sie schon sein. Die geschuppten Schildtauben haben es rein optisch immer etwas schwerer sich durchzusetzen, weil sie ein farbiges bzw. gezeichnetes Herz haben. Dies ist in der Regel immer weitaus heller und weniger scharf und deutlich geschuppt, als der Rest des Flügels. Dies sollte man als geschulter Preisrichter wissen und bei der Bewertung entsprechend berücksichtigen. Bei Flügel- und Schwalbentauben hat man das Problem mit der Herzschuppung nicht, da deren Herz weiß ist. Zu einer hochwertigen Schildtaube gehört jedoch ein breites und gut gerundetes Schild mit akzeptabler Herzschuppung.

Ein Blick in die Zuchttierbestandserfassung von 2009 gibt ein realistisches Bild über die Verteilung der Zuchten: 96 x glattköpfig, 40 x doppelkuppig und 33 x mit Haube. So in etwa gestaltet sich auch der zahlenmäßige Anteil an den Kopfstrukturen auf unseren Sonderschauen. In den letzten Jahren standen zwischen 200 und 300 Schildtauben in Zwönitz auf der Hauptsonderschau.

Zukunft?

Jahrelang haben die Sächsischen Flügeltauben zwar eine gewisse Vormachtstellung unter ihren verwandten Rassen aus dem sächsischen Raum innegehabt, aber gleichzeitig auch ein Schatten-dasein im Bezug auf andere (Farben-)Taubenrassen gefristet. War es doch über Jahre hinweg ein kleiner, fester Kreis an Anhängern, der sich für diese schönen Rassen interessiert hat, so zeigten vor einigen Jahren hauptäschlich Händler aus dem arabischen Raum und heute aus den osteuropäischen Ländern sehr großes Interesse an unseren sächsischen Taubenperlen. Einerseits ist es schön, wenn eine Rasse einen gewissen Marktwert besitzt, andererseits wird es jedoch schwierig, wenn neue und vor allem junge Züchter für unsere Rassen gewonnen werden sollen. Schaut man sich die Altersstruktur in den beiden Sondervereinen für Sächsische Farbentauben an, so ist diese Entwicklung als recht bedenklich einzustufen. Wenn man nicht will, dass unsere herrlichen Farbentauben mit Wurzeln im sächsischen Raum in naher Zukunft verschwinden, so sollte hier ein Umdenken erfolgen. Wozu die Gier nach den Perlen unter den Sächsischen Farbentauben führen kann, mussten viele von uns auf der Hauptsonderschau im Januar 2013 in Zwönitz miterleben. Nach der Bewertung, wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag 82 hochwertige Sächsische Flügeltauben allesamt mit Rundhaube gestohlen. Dazu gehörten diejenigen Farbenschläge, die ohnehin schon äußerst begehrt waren für die „Kundschaft“ aus dem Ausland. Unter den Betroffenen waren auch viele „alte Hasen“, denen etliche Spitzentiere entwendet wurden. Dass die Züchter natürlich nicht ihre schlechtesten Tauben auf der Hauptsonderschau gezeigt haben und der Verlust dieser Tiere besonders schwer zu verkraften, geschweige denn zu ersetzen war, leuchtet sicher allen Lesern ein. Die etwaige finanzielle Entschädigung hilft über den Verlust der jahrelangen züchterischen Leistungen nur wenig oder überhaupt nicht hinweg. Glücklich schätzen konnten sich in diesem Moment nur die Züchter der glattköpfigen Flügeltauben oder anderer Rassen wie der Schwalben- und Schildtauben, die scheinbar vollkommen uninteressant für die Diebe waren. Man kann nur hoffen, dass sich so ein schreckliches Ereignis nicht noch einmal wiederholt und dass andere (Sonder-)Vereine davon lernen und bei ihren Ausstellungen bessere Sicherheits-vorkehrungen treffen.

Abschließend bleibt mir zu hoffen, dass sich unsere Sächsischen Flügel-, Schwalben- und Schildtauben in ihrer Heimat weiterhin großer Beliebtheit erfreuen und sich auch weiterhin junge Züchter mit ihnen beschäftigen mögen, damit sie auch in Zukunft auf unseren Rassegeflügelausstellungen in Deutschland gezeigt werden und sich auch noch unsere Kinder und Enkelkinder an diesem alten Kulturgut erfreuen können. Wie hat unser geschätzter Taubenfreund Prof. Dr. H.-J. Schille zum VDT-Meeting 2012 in Annaberg-Buchholz gesagt: ,,Wir sollten uns wieder mehr auf unsere schönen Heimatrassen konzentrieren und nicht versuchen jede Rasse aus dem Ausland zu erhalten. Das ist Aufgabe des Mutterlandes.“

Interessierte Zuchtfreunde können sich gern an den 1. Vorsitzenden des Sondervereins der Sächsischen Flügel-, Schwalben- und Schildtaubenzüchter Zfrd. Klaus Burkhardt, Teichstrasse 24, 04626 Schmölln OT Weißbach, wenden. Nähere Infos sind auch auf unserer Homepage unter www.taubenperlen-sachsen.de  zu finden.

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