Rasse des Jahres 2018 - Lausitzer Purzler

Echte Tümmler, die ihren Namen verdienen!

Nachdem in einer beispiellosen Rettungsaktion die Rasse Lausitzer Purzler als ein Erbe aus der DDR erhalten und weiterentwickelt werden konnte, erfreut sich diese zutraulichen Tümmler taube wachsender Beliebtheit. Geelsterte Tümmler sind schon sehr lange in züchterischer Bearbeitung. Kurzschnäblig als Edelaussteller und auch Flieger, später dann im Hamburger Raum weiterveredelt, langschnäblig und auch mittelschnäblig. Aus 

Die Zucht Lausitzer Purzler ist einfach.  Die Tiere züchten reichlich und sind sehr intelligent, finden ihren Schlag und ihre Nester sehr schnell. Partnersuche geschieht auch schnell. Klappt das einmal nicht so gut, dann passt das Paar vermutlich auch schlecht zueinander. Lausitzer Purzler sind sehr agile Täubchen, dennoch sehr ausgeglichen und angenehm im Wesen. Die Tiere flüchten nicht bei jeder Gelegenheit, sind nicht schreckhaft.

Doch einmal anfallende fehlgezeichnete und typschwache Tiere, werden durch die gute Zuchtleistung schnell wettgemacht.

Lausitzer Purzler besitzen für Rassetauben außerordentliche Flugeigenschaften.

  • Sie fliegen im Zickzack, weichen somit dem Greifvogel gut aus.
  • Lausitzer können purzeln, das bedeutet ein bis drei Überschläge rückwärts.
  • Dazu „stellen“ Sie noch – lassen sich mit nach hinten gut hörbar zusammen klatschenden Flügeln fallen.
  • Im Trupp drehen sie in verschiedenen Höhen ausführlich ihre Runden, je nach Trainingsmethode und Selektionsdruck

 

Lausitzer Purzler präsentieren sich auch im Ausstellungskäfig besonders reizvoll.

Diese doppelte "Nutzung" ist in der deutschen Rassetaubenzucht etwas ganz Besonderes und wird der Rasse ein sicheres Überleben auch in der Zukunft garantieren!

Außerdem sind Lausitzer Purzler Langzeittauben, die auch im Alter von über 10 Jahren noch züchten können.

 

Die Freude an den schnell zutraulich werdenden Täubchen, die äußerliche Attraktivität, keinerlei überzogene Merkmale und die beherrschten Flugkunststücke, geben vielen - auch den am Kunstflug orientierten Zuchtfreunden eine gute Heimat.

 

Zieht der Schwarm geelsterter Täubchen über uns hinweg, ist das immer ein sehr erfreulicher und berührender Moment. Was für eine tolle Mischung von Eigenschaften? Die hellen Schwingen glitzern und blinken mit jedem Flügelschlag.

Der Zustrom an neuen Mitgliedern in unseren Lausitzer Elsterpurzler Club kommt vor allem aus den Reihen von am Fliegen interessierten Zuchtfreunden. Bei mir flogen neben anderen Tauben immer 40-60 Lausitzer Purzler frei. Kommen Taubenzüchter in meine Praxis, konnten sie zumeist das Schauspiel des Purzelns schon vom Eingangsbereich sehen. Niemanden lässt das unbeeindruckt! Viele Taubenliebhaber halten unsere Rasse auch einfach nur zum Fliegen und erfreuen sich an den quirligen Täubchen. Derzeit macht die Nachbarschaft dieses Erlebnis leider nicht möglich.

Reine Rassetauben gibt es reichlich, Zweinutzungsrassen im deutschsprachigen Raum leider nur noch sehr wenige. Es gab viele dieser Rassen, nur wichen in den letzten 50 Jahren bei vielen Rassen die Flugeigenschaften, zugunsten der Schauqualitäten.

Züchter von Rassetauben, welche früher einmal besondere Eigenschaften hatten, nicht nur Flugeigenschaften – auch Trommeln etc., sollten in Zukunft daran denken: neue und vor allem junge Mitglieder kommen nur, wenn etwas „Besonderes“ geboten wird. Der Ausstellungskäfig ist nur ein Aspekt, wer mehr aufzubieten hat oder hatte, sollte die Dinge außerhalb des Schauwesens nicht aus dem Auge verlieren. Die Besinnung auf verloren gegangene Eigenschaften sollte dringend gefördert werden!

Unsere Nachfolgegenerationen werden es uns danken.

 

Zum Fliegen:

Reine Flugtrupps können in Kleinställen zu in Gruppen von ca. 6 Tieren untergebracht werden. Drei Tiere sind eine Wertungsmannschaft. Etwas Reserve sollte vorhanden sein, da sich immer einmal ein Tier verfliegen kann oder durch Greifvogeldruck abhandenkommt. So können mehrere Mannschaften sehr platzsparend untergebracht werden. Die Tiere kommen dann nur zum Fliegen heraus, danach werden sie wieder hereingeholt. Ein sattes Tier tut sich schwer mit den wieder hereinkommen, also erst belohnen, wenn die Täubchen wieder Einspringen. Lausitzer Purzler lieben etwas Gegenwind, dann purzeln sie am besten. Auch treiben diese Täubchen kaum ab, da das Gefieder relativ fest ist.

Bitte auf Freßzeiten der Greifvögel achten und die Jahreszeit berücksichtigen. Bis in die frühen Nachmittagsstunden ist der Jagddruck auf unsere Täubchen besonders hoch.

Wie am besten geflogen wird, und auch mit denselben Tieren Ausstellungen beschickt werden können, werden unsere Flugexperten gerne erörtern und hilfreiche Anleitungen zum Fliegen mit Rassetauben geben! Deswegen hier nur diese kleine Einleitung.

 

Lausitzer Purzler purzeln, stellen und klatschen. In der Regel kündigt sich die Eigenschaft purzeln zu können, bei Jungtieren mit Schwanzreiten an, d.h. die Tiere setzen zum Purzeln an, trauen sich aber noch nicht den Rückwärtsüberschlag korrekt auszuführen. Später dann, wird dies geübt und dann auch nach gewisser Zeit gekonnt. Wenn gute Purzler mitfliegen, lernen die Anfängertauben von den Geübten sehr schnell.

Etwas Geduld muss man aber schon aufbringen. Es gibt Rassen, welche dies perfekter und schneller beherrschen. Gerade aber bei den Purzlern, welche vordergründig als Ausstellungstaube gehalten wird, ist der Lausitzer Purzler eine der wenigen Rassetauben, welche diese Eigenschaft in der Mehrzahl der Tiere noch zeigt. Mittels Selektion und intensiven Training kann dieses Flugverhalten zur Perfektion entwickelt werden.

Unsere Zuchtfreunde, welche auch in den Spezialistenverbänden für Kunstflug ihre Tauben fliegen lassen, zeigen dies eindrucksvoll. Mit ausstellbaren Rassetauben werden natürlich nicht so viele Flugpunkte erreicht, wie es mit reinen Flugrassen und auch mit rein auf Flugleistung selektierten Lausitzern möglich ist. Allerdings gilt das nicht mehr uneingeschränkt, wie unser Zuchtfreund Uwe Kießling eindrucksvoll bewiesen hat, Höchstnoten auf der Hauptsonderschau mit im Flugstich erprobten Tieren, die auch beim Fliegen volle Punktzahl erreichten. Es geht also doch!

Das professionelle Fliegen ist nicht unser vordergründiges Ziel, das ist aber dennoch das i-Tüpfelchen.

Die Eigenschaft des Purzelns muss auch bei den Rassetauben / Ausstellungstauben verankert bleiben, darauf kommt es an!

Deswegen ist das vom Kunstflugbeauftragten Gerhard Beyer ins Leben gerufene „Purzlerband“ auch die höchste Auszeichnung im Club. Dieses kann nur mit Tieren erlangt werden, welche ein Flugprotokoll erreicht und eine Wertung auf der Hauptsonderschau bekommen haben. Hierfür haben wir ein Regelement. Dies und mehr kann auf unserer LEC Homepage nachgelesen werden.

Für den „normalen“ Züchter - mich hier eingeschlossen - hingegen, bietet sich das ganz normale Schauspiel.  Meist erfolgt dies dann bei wenig trainierten Tieren in niedriger Höhe beim Balzflug auch von Dach zu Dach. Beim Sinkflug wird zuweilen zum Purzeln noch gestellt und geklatscht.

Wir Züchter im Lausitzer Elsterpurzler Club haben uns vehement für den Erhalt der Flugeigenschaften eingesetzt. Tiere in allen Farben purzeln, wobei die Blauen entstehungsgeschichtlich nachhinken. Aber auch in dieser Farbe nehmen die Tiere mit guten Purzeleigenschaften erfreulicherweise wieder zu.

Bei den Züchtern fliegen oft große Schwärme, aus denen sich immer wieder Tiere ablösen und purzeln - welch ein Schauspiel.

Die Zusammenlegung mehrerer purzelnder Rassen kann sehr förderlich sein, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann (Birmingham Roller, Französische Purzler, Bakina). Die eine Rasse zieht die andere mit. Je nach individueller Stärke, kann man den Umfang der Runden oder die Fluggeschwindigkeit, vor allem aber auch die Flughöhe und Zeit variieren. Ich hatte immer einen Schwung von "Animateuren" mit dabei, das waren neben den Genannten auch F3 oder F4 Nachkommen mäßig guter Birmingham Roller. Dieses Feld bietet vielen mit unterschiedlichen Ansichten reichlich Raum zur Entfaltung. So auch eine Rasse für Sie?!

Neue Mitglieder sind bei uns immer herzlich willkommen!

Unabdingbar für uns ist es, die Züchterbreite in allen Farben zu stärken. Nur eine starke Züchterschaft garantiert das Überleben in der Zukunft.

Auch möchten wir das Verbreitungsgebiet dieser außergewöhnlichen Rasse erweitern, Zuchtfreunde außerhalb Deutschlands sind uns natürlich besonders willkommen.

Jeder mit offenen Augen und Ohren ausgestattete Züchter weiß, unser Hobby nimmt nicht zu, es wird immer schwerer neue Zuchtfreunde für die Geflügelzucht zu gewinnen. Daher freuen wir uns besonders, dass wir eine im Schnitt sehr junge und zukunftsträchtige Züchterschar sind. Aber jede junge Gemeinschaft kommt irgendwann in die Jahre und braucht wiederum Nachwuchs.

Zuchttiere für die Ausstellung und fliegerische Nutzung, werden von uns gern abgegeben und ein erfolgreicher Zuchtaufbau von unseren Mitgliedern gern auch langfristig begleitet.

 

Die Merkmale, die Farbschläge, Besonderheiten im äußeren Erscheinungsbild:

Schwarz ist derzeit am stärksten vertreten, Rot und Gelb haben auch eine sichere Züchtergrundlage bekommen.

Derzeit müssen die Blauen verstärkt gefördert werden. Diese herrliche Farbe ist qualitativ sehr weit entwickelt, dennoch ist die Züchterbasis unverständlicherweise zurzeit am Schwächsten. Da brauchen wir noch Unterstützung.

Unsere neuen Zugänge in der Farbpalette sind Dun und Blaufahl, diese suchen auch noch Einsteiger. Damit ist vorerst die Rasse an gewünschten Farben komplett. Weitere Zugänge sind derzeit nicht geplant.

 

Musterbeschreibung und Bild als Idealvorstellung

Wir haben, vor allem auf Großschauen, eine sehr gute Präsenz. Der jetzige Standard entspricht den Bestrebungen, welche Ende 1989 (Ende der DDR) in der Zucht erwünscht waren. Wir haben die Rasse etwas modernisiert, so spricht sie auch einen weiteren Züchterkreis an. Der Typ wurde gefestigt und die Kopfform zum Typ passend harmonisiert. Auf Übertreibungen verzichten wir auch weiterhin.

Auch haben wir als zuständiger Club alles unternommen, um ein für die längere Zukunft gültigen Standard für unsere Rasse zu verfassen.

In Zusammenarbeit mit dem VDT und dem BZA ist eine Standardbeschreibung und eine Zeichnung mit Zuchtfreund J. L. Frindel entwickelt worden, welche ein IDEAL beschreiben. Jeder kann so erkennen, wo es bei den einzelnen Merkmalen hingehen soll und wie die Gesamtproportionen ausfallen müssen.

Damals dachten wir nicht, dass diese Vorgabe jemals erreicht werden wird.

Derzeit haben wir solche Spitzentiere bereits. Wir betrachten zuchtstandsbezogen jeden Farbenschlag einzeln und versuchen entsprechend zu richten. Fingerspitzengefühl ist gefragt. Wir haben „Leitlinien“ verfasst, welche auch auf der Homepage einsehbar sind, diese zeigen auf, wo die einzelnen Farbenschläge derzeit stehen und was noch getan werden muß. Auch wird einiges an Fachwissen vermittelt und dem gewogenen Preisrichter dargestellt, worauf zu achten ist.

 

Qualitativ sind alle Farben mittlerweile schon sehr entwickelt, wenngleich es noch eine gewisse Streuung gibt. Durch unser neues Förderband wird die jeweils schwächste Farbe entwickelt. Das hat bereits Erfolge gezeitigt.

Die neuen Farben Dun und Blaufahl sind eigentlich nichts wirklich Neues, da dies nur die Verdünnungen von Schwarz und Blau sind. Da unsere Flugasse gerne mit diesen Farben fliegen, ist dies unter anderem auch ein Zugeständnis an die weitere Nutzung als Zweinutzungsrasse.

 

Unsere Zuchtvorstellungen sind seit Clubgründung gleichgeblieben!

Unsere Ziele sind bereits sehr hochgesteckt. Damit haben wir eine Vorgabe, welche nicht immer wieder verändert werden muss. Wie wir seit Beginn an auf unseren Werbeschauen immer wieder unseren Zuchtwart zuchtstandsbezogen bewerten lassen haben, wollen wir diese Kontinuität weiter mit unserem sehr guten Stamm Zuchtrichtern weiter erhalten.

Die Preisrichter (Zuchtrichter) beteiligen sich sehr aktiv am Vereinsgeschehen. So werden wir auch in Zukunft eine möglichst ausgeglichene und gerechte Bewertung zu erzielen versuchen. Gerne beziehen wir auch PR, die nicht Sonderrichter für unsere Rasse sind, in die Bewertungsaufträge mit ein. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Danke an diese Zuchtrichter!

 

Unser Vereinsleben ist von vielen Aktivitäten gekennzeichnet. Trockenes Organisatorisches steht bei uns nicht im Vordergrund, sondern die Beschäftigung mit und an unseren Tauben soll Erfüllung bringen.

Bewusst haben wir uns auf die Farben Schwarz, Dun, Blau, Blaufahl, Rot und Gelb beschränkt. Für Zuchtfreunde anderer Farben steht die AOC Klasse zur Verfügung. Rassetaubenzucht und Kunstflugsport in einer Rasse vereint, sollte für viele weitere Zuchtfreunde Anreiz genug sein, sich mit dieser wunderschönen Taube beschäftigen zu wollen. Die Elsterzeichnung unter den Wolken wirkt wunderbar auf den Betrachter, die Schwingen blitzen bei Sonnenschein hell auf, vor allem Außenstehende, welche noch nie mit Tauben etwas zu tun hatten sind begeistert!

So sollte Rassetaubenzucht auch außerhalb unserer Organisationsstrukturen wirken!

 

Ergänzend zum Standard, welcher ja jedem vorliegt, einige wichtige Zuchtziele und Standardpositionen kurz erörtert, bzw. das für uns Bedeutende hervorgehoben:

Zur Herkunft muss zu oben Genannten noch festgestellt werden, Lausitzer Purzler gehören als Folgerasse der Lausitzer Elsterpurzler zu den ältesten deutschen Rassen. Nach meinem Wissen ist der Lausitzer Purzler derzeit auch die einzige sächsische Tümmlerrasse.

Im Heimatgebiet nimmt der Anteil der Züchter in letzter Zeit stark zu. Auch wenn der Erhalt dieser Rasse weitgehend außerhalb Sachsens, vor allem in Sachsen-Anhalt gesichert wurde, ist diese Rückkehr nach Sachsen doch ein gutes Zeichen.

Der Gesamteindruck kann besser mit „puppig“ wirkend beschrieben werden. Diese Bezeichnung hat unser Zuchtwart und Urgestein Detlef Mehlicke geprägt.

Im Gegensatz zum Elsterpurzler und Kölner Tümmler ist der Lausitzer Purzler die deutlich kleinere, kompaktere, tieferstehendere und kürzere Taube. Die Geschlechter müssen unterscheidbar sein!

Der Kopf, als ein Hauptrassemerkmal, ist in der Musterzeichnung wunschgemäß betont dargestellt. Anders als beim Elsterpurzler ist der Kopf beim Lausitzer Purzler im Ganzen kürzer, runder und höher, wobei der Schwerpunkt kurz vor dem Auge zu finden ist. Übertreibungen sind auch hier nicht angestrebt. Die Höhe der Oberkopflinie über dem Auge ist stark idealisiert (Abstand Augenoberkante – Kopfoberlinie). Wir haben das Standardbild bewusst stark gezeichnet, so dass der Preisrichter es einfach hat, die Spreu vom Weizen zu trennen. Die Stirnbreite muß zur Kopfkontur passen.

Der Schnabel wird mit knapp mittellang beschrieben, der Lausitzer soll aber keineswegs zum Kurzschnäbler umgezüchtet werden. Dünne und lange Schnäbel sind nicht brauchbar. Das Idealbild (Standardzeichnung) darf nicht unterschritten werden, noch kürzere Schnäbel sind nicht gewollt. Die Verlängerung der Mittelschnabellinie zieht in den unteren Bereich des Auges. Der Schnabel wirkt dadurch ein wenig gesteckt. Die Damen haben natürlich einen etwas längeren und dünneren Schnabel als ihre männlichen Partner.

Der Augenrand bei Schwarz und Blau ist dunkel, je dunkler Schnabel und Augenrand ausfallen, je wertvoller ist das Tier. Dennoch heißt dunkel nicht gleich schwarz. Die Schwarzen können zumindest den Schnabel schwarz erreichen, beim Augenrand reicht uns die Bezeichnung „dunkel“. Die Blauen Lausitzer Purzler werden diesen schwarzen Schnabel nicht erreichen, hier sind wir mit der Bezeichnung dunkel für Schnabel und Augenrand sehr zufrieden. Es gilt auch, je schmaler der Rand, desto besser. Ein sehr gut eingedeckter Augenrand verdeckt die Farbe des Randes.

Bei Rot und Gelb wollen wir einen hellen Schnabel und Augenrand, leichter Schnabelstip sollte toleriert werden, wenngleich eine sehr starke Ausprägung abwertet. Alttiere sind da etwas anfälliger. Die Augenränder sollten der Farbe angepasst hell sein. Dies bedeutet bei Gelb wirklich hell, wobei ein geringer rötlicher Stich auch noch hell ist.

Die Augenränder sind bei Gelb immer etwas breiter, da die etwas kürzere Feder mehr Raum um das Auge freigibt. Wird der rötliche Stich dann zu stark, versagt das Tier dann in einem Hauptrassemerkmal. Der feine schmale Augenrand ist viel schwieriger erreichbar, als bei den anderen Farbenschlägen. Nochmals, es heißt hell – nicht weiß. Derzeit hapert es an guten gelben Täubern und guten roten Damen. Ansonsten sind die Damen in der Qualität noch verbesserungswürdig, deswegen auch zu fördern. Die Geschlechter sollen gut unterscheidbar sein, bitte beim Richten dies auch berücksichtigen! Traditionell stehen die Lausitzer Purzler auf der schwarzen (blauen) Grundfarbe, Tiere die auf Rotfahler Grundfarbe in Rot oder Gelb fußen, zeigen einen sehr schmalen, meist leicht gräulichen Augenrand und eine straffere, kürzere, leicht kupfrig glänzende Farbe. Durch einige Zuchtverbesserungen ist diese Grundfarbe nun auch vorhanden, bei diesen Tieren sollte vermehrt auf die Schnabelfarbe geachtet werden, auch die Sauberkeit der Farbe im Rückenbereich muß genauer angeschaut werden. Ansonsten gilt die Freiheit der Zuchtmethode, wenn ein gewünschtes Ziel erreicht wird. 

 

Dun ist die Verdünnung von Schwarz. Der Augenrand ist hell, gleiches gilt für den Schnabel. Gerade bei Dun ist die Aufhellung des Schnabels besonders tolerant zu werten, da auch hier mehrere Züchtungswege beschritten worden sind.

Bei Rot ist dieser rötliche Stich im Augenrand etwas stärker zuzulassen - der Farbe angepasst.

Wir sprechen hier die Grenzfälle der Randfarbe an.

Wirkt der Augenrand im Ganzen dann nicht mehr hell, muss dies geahndet werden.

Wenn der Züchter die Grenze zu offenherzig auslegt, werden im kommenden Zuchtjahr bereits die Ränder deutlich zu rot ausfallen. Diese Erkenntnis sollte dann doch dazu führen, dass in die Zucht nur die hellrandigen Tiere eingestellt werden dürfen. Der rote Augenrand setzt sich ansonsten in der ganzen Zucht durch, damit ginge dann ein wichtiges prägendes Rassemerkmal verloren, auf welches bereits seit 50 Jahren und mehr gezüchtet wird. Ist der Augenrand sehr schmal, sieht man die Randfarbe kaum – das ist natürlich dann ein Vorteil. Allerdings züchten wir Tümmler und keine Farbentauben. Randeinbau und Gefiederfarbe sind nur eine Nebenbaustelle!

Achtung Falle Farbe – leider in vielen Rassen ein verkanntes Phänomen:

Bei Gelb haben wir gleichrangig Gelb und Gold = Pale. Letzteres ist der Verdünnungsfaktor, welcher etwas schwächer verdünnt, die Tiere wirken viel dunkler als das „echte Gelb“.

Leider werden aus Unkenntnis der Vererbung oft die Gelben Tiere abgewertet!

Intensiveres Gelb wird auch von PR Obmännern beim Gegenzeichnen von 97ern verlangt. Das bedeutet dann, Gold wird verlangt! Bei unsrer Rasse auch ist das auch wiederholt vorgekommen. Bei vielen Rassen ist das leider auch an der Tagesordnung.

Stellen wir Gelb, dann sind die hellen "Sonnengelben Tiere" keinesfalls zu benachteiligen. Im Gegenteil sollte dieses helle, aber auch durchgehende Gelb bevorzugt werden! Der Trend zum Gold sollte generell einmal in der Rassetaubenzucht erkannt werden.

Entweder wir teilen Gelb und Gold zu eigenständigen Farben auf, oder wir lassen beides, im Wissen um die Vererbung, gleichwertig zu. Für uns hat das echte (hellere) Gelb den Vorteil der besseren Federqualität (Festigkeit). Dies umso mehr wir unsere Tümmler fliegerisch nutzen!

Auch bei Dun haben und wollen wir Dun und Paledun (dunkleres Dun). Beide Varianten sind gleichberechtigt.

 

Der Hals darf keinesfalls zu dünn und lang erscheinen. Die Kehle darf nicht ausgeschnitten wirken, sonst wirkt der Kopf unharmonisch und die Proportionen verziehen. Eine ausgeprägte Wamme hingegen wird allerdings nicht gewünscht. 

Wenn der Rücken als leicht abfallend bezeichnet wird, sollte doch die Unterlinie noch weniger abfallend wirken. Genauer: Von der Brust herunter bis zum Schenkeleinbau abfallend, der Bauch verläuft bis zum Schwanzkeil horizontal bis leicht ansteigend, um dann der Schwanzhaltung leicht abfallend zu folgen. Der relativ kurze Schwanz unterstreicht den „puppigen“ Typ.

Im Stand heißt mittelhoch hier eher etwas tiefer stehend. Die relativ kleine Taube wirkt besser, wenn die Standhöhe, wie auch die Halslänge knapp bemessen sind. Rot und Gelb muss auch in diesem Punkt etwas nachsichtiger gerichtet werden. Die Proportionen müssen stimmen. Die Tiere müssen sich zeigen und sollten auch den Hals frei zeigen. Wird der Kopf auf die Schultern gelegt, wirkt das Tier verschreckt und spitz nach hinten heraus. Die Roten wirken oft noch zu hochstehend und zu lang.

Da unsere Tauben Flugtauben sind, muss das Gefieder straff sein, die Iris in ihrer Klarheit aber nachsichtig gerichtet werden. Starke Flieger bringen fast immer etwas mehr Rot in der Iris. Ich habe herrliche Tiere an einen Flugspezialisten abgegeben. Zu den folgenden Impfungen habe ich meine eigenen Tiere nicht mehr erkannt, die zuvor helle Iris war von vielen kleinen und sichtbaren Gefäßen durchsetzt, das Gefieder deutlich enger anliegend. So kann es dann aussehen!

Die Zeichnung ist im Vergleich zu anderen geelsterten Rassen eine großzügige Elsterzeichnung. Das Herz soll etwas breiter sein, der Bruststrich tiefer gehen. Wenn der Bruststrich am Schenkelanfang endet ist dies auch noch in Ordnung. Wir züchten Tümmler, keine Farbentauben!

Farbe und Zeichnung stehen in der Wichtung hinter dem Typ und den Kopfpunkten. Auch der Bruststrich ist kein entscheidendes Kriterium. Wir haben im Standard unseren Wunsch formuliert, liegt er weiter vorn ist das auch kein wirkliches Problem. Der tiefer angesetzte Bruststrich setzt sich im Selbstlauf ohnehin durch. Nur sollte dieser merklich hinter dem Brustbeinkammanfang liegen.

Bei den Blauen sitzt kurz vor dem Schwanzende eine Schwanzbinde, hinter der am Schwanzende immer noch ein blauer Abschluss erkennbar sein sollte. Das währe ein i-Tüpfelchen.

Da das Zeichnungsherz größer ist, wie bei vergleichbaren Rassen, kann zum Rücken hin, ein Ansatz zu Binden auftreten. Dieses Phänomen wird noch etwas züchterisches Geschick erfordern und ist mit Nachsicht zu richten. Ganz werden wir dies kaum ausmerzen können, die Bindenanlage muss dann möglichst tief sitzen, ein Ansatz zur 3. Binde landet im Farbfeld. Diese Tiere müssen ausgemustert werden. Die anderen Bindenteile landen dann optimalerweise im weißen Feld und sind somit unsichtbar. Etwas Putzen ist erlaubt, nur muss dann immer noch der Rücken halbwegs abgedeckt erscheinen.

Eine Zucht auf hohlige Zeichnungsanlage würde die genetische Breite unsinnig einschränken und wäre nur mit großem Aufwand in der Masse überprüfbar. Einkreuzungen anderer Rassen wären vonnöten, das möchten wir nicht noch befördern. Der Lausitzer Purzler soll im Erbgefüge in der Masse noch ein solcher bleiben. Anleihen sollten nur mit Vorsicht eingetragen werden.

Für die weitere Zukunft hat diese Rasse alle Eigenschaften, um viele Züchter begeistern zu können.

Flugeigenschaften, gepaart mit Ausstellungsmöglichkeiten ergeben die optimale Kombination – die Lausitzer Purzler wollen nun aber auch im Ihren Schlag zu hause sein!

Neue Aufgaben erwarten uns. Wir freuen uns auf jeden einzelnen Zuchtfreund, welcher sich dieser außergewöhnlichen Rasse verschreiben möchte.

Engagierte Zuchtfreunde und auch Spezialisten der Flugkunst sind uns besonders willkommen und werden von uns auf jeden Fall langfristig gefördert und begleitet.

 

Anfragen und Beratungswünsche an den 1. Vorsitzenden des LEC:

TA Maik Löffler, 96268 Mitwitz, Kronacher Str. 33, Tel.: 09266-9777,

E-Mail: info @ tierarzt-loeffler.de,

oder jedem anderen Mitglied, bitte schauen Sie auch auf unsere Homepage: http://www.lausitzer-elsterpurzler-club.de,

dort erfahren Sie vieles mehr, auch weitere Anschriften und Ansprechpartner.

Gut Flug und beste Ausstellungsergebnisse, Freude über das Jahr an diesen schönen Täubchen - Ihr LEC!

30.04.2018

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sächsischer Rassegeflügelzüchterverband e.V.