Geschichte des Rassegeflügels

 

Wenn wir heute durch unsere großen und kleinen Ausstellungen mit ihrer Fülle an Rassen wandern, wenn wir unsere Fachzeitungen lesen und zu unseren Vereinsversammlungen gehen, dann erscheint uns dies alles ganz selbstverständlich, als sei es immer so gewesen. Dabei ist die Geschichte unserer Rassegeflügelzucht, gemessen an der Geschichte des Menschen, noch sehr jung. Die Namen der Menschen die erstmalig durch Zuchtwahl Rassen mit bestimmten Merkmalen schufen, sind meist unbekannt. Auch die Namen derjenigen, die später in Europa aus dem Gemisch der Landhühner Rassen erzüchteten, sind zum großen Teil in Vergessenheit geraten, weil schriftliche Unterlagen damals nicht angefertigt wurden.

400 - 500 v. Chr. berichteten griechische Schriftsteller über verschiedene Hühnerrassen, wie auch 50 n. Chr. die Römischen Schriftsteller Columella und Plinius. Als die ältesten Rassen werden allgemein die Asil und Malaien angenommen, die seit Jahrtausenden an Indischen Fürstenhöfen anzutreffen waren. Jedenfalls wurden vor 3500 Jahren bereits Haushühner in Indien gehalten.

Etwa 1650 - 1700 finden wir Haubenhühner, die aber nicht als rein Holländische Rasse anzusehen sind. Von 1737 und 1763 sind Bilder vorhanden, die federfüßige Zwerge darstellen. 1835 - 1850 kommen Italienische Landhühner aus Italien nach Amerika, aus denen dann die ,,Amerikanischen Leghorn" erzüchtet wurden. 1847 werden Gochin nach England und Sumatra nach Amerika gebracht. 1850 gaben die Engländer auf der 1. Schau in Birmingham den Hamburger-Hühnern ihren Namen. 1852 kamen die ersten Brahmas nach England, usw. und so fort. Die vorstehenden ,,Hühnergeschichtszahlen" erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei dem immer enger werdenden Lebensraum ist das Halten von Rassegeflügel nicht einfacher geworden, wo aber ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Dem Rassegeflügelzüchter geht es um das Hobby und um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die heute besonders junge Menschen in einer Zeit des Überflusses und moderner Freizeitindustrie ansprechen will. Daneben hat sich eine ganze Reihe von Züchtern / Züchterinnen dem Erhalt und der Weiterzüchtung von alten historischen Geflügelrassen verschrieben. Das Bewahren eines wertvollen Kulturgutes ist heute auch ein Beitrag zur Erhaltung und Verbesserung einer natürlichen Umwelt.

Die Geflügelschau, das alljährliche Ereignis, der Höhepunkt in der Rassegeflügelzucht, wird immer wieder mit Spannung erwartet. Eine optimale Bewertung für das Geflügel ist der Lohn eines immer wiederkehrenden Zuchtjahres und Ansporn zugleich, sich immer wieder mit seinem Rassegeflügel abzugeben.

Das Grundmotiv zur Rassegeflügelzucht ist unzweifelhaft die Liebe zum Tier. Aber auch ihr spezielles Beobachtungs- und Betätigungsfeld hat eine gewisse psychologische Bedeutung für die Menschen.

Das Halten von Hühnern, Enten, Gänsen oder Truten ist ein schönes Hobby und ein Erlebnis zugleich. Somit hat die Rassegeflügelzucht gerade heute für uns einen besonderen Stellenwert bekommen.

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