Aktuelle Informationen zur klassischen Geflügelpest

Aufhebung der Tierseuchenrechtlichen Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest im Freistaat Sachsen

 

Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,

 

am 20. März 2017 wurde durch eine Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen die „Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest im Freistaat Sachsen“ vom 14. November 2016 mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

 

Die Aufstallpflicht in bestehenden Restriktionszonen bleibt bis zur individuellen Aufhebung bestehen. Weiterhin besteht auch nach Aufhebung der allgemeinen Stallpflicht die Möglichkeit, dass die Veterinärämter unabhängig von Restriktionszonen regionale Risikogebiete ausweisen (z. B. Ufersaum großer Gewässer).

 

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die „Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen“ weiterhin bis zum 20. Mai 2017 gültig ist. Alle Geflügelhalter sind nach wie vor verpflichtet, die strikten Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Aufhebung der Tierseuchenrechtlichen Allgemeinverfügung über die Anordnung der Aufstallung von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest im Freistaat Sachsen
Bescheid - Aufhebung AV Aufstallung, 20.[...]
PDF-Dokument [175.5 KB]
Infobroschüre des FLI, mit Antworten auf häufig gestellte Fragen
FLI-Information-FAQ-Gefluegelpest-201701[...]
PDF-Dokument [780.7 KB]
Schreiben des sächsischen Landestierarztes Dr. Koch vom 15.02.2017
Schreiben des sächsischen Landestierarzt[...]
PDF-Dokument [112.9 KB]

Aktuelle Risikoeinschätzung zur Geflügelpest

 

Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,

 

das FLI hat am 13. Februar 2017 eine aktualisierte Risikoeinschätzung zum Auftreten von HPAIV in Deutschland veröffentlich, in der weiterhin von einem hohen Eintragsrisiko in Nutzgeflügelhaltungen und gehaltene Vogelbestände ausgegangen wird. Im pdf-Dokument finden Sie auch tabellarische bzw. grafische Übersichten zu bestätigten HPAI-Fällen bei gehaltenen Vögeln in Deutschland, gemeldete Fälle bei Wildvögeln (kategorisiert nach Wasservögeln, Möwenvögeln und Aasfressern) und zur Situation in Europa.

 

Konkret werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

  • Umsetzung strenger Biosicherheitsmaßnahmen in allen Geflügelhaltungen, auch in Kleinhaltungen, zoologischen Gärten, Tierparks und -heimen, einschließlich Schuh- und Kleidungswechsel, Desinfektionsmaßnahmen
  • Personen, die Geflügelhaltungen aufsuchen, sollten andere Geflügelhaltungen in den folgenden 72 Stunden nicht betreten
  • Vermeidung der gemeinsamen Nutzung von Geräten und Fahrzeugen durch Geflügelhaltungen 
  • Beschränkung von Fahrzeug- und Personenverkehr in Geflügelbetrieben auf das unerlässliche Maß
  • Risikobasierte Einschränkung der Freilandhaltung (Aufstallung) von Geflügel (mindestens in Regionen mit hoher Wasservogeldichte, hoher Geflügeldichte, in der Nähe von Wildvogelrast- und Wildvogelsammelplätzen oder an bestehenden HPAIV H5N8-Fundorten)
  • Aufstallung von Zoovögeln soweit möglich, Zugangsbeschränkungen zu Vogelhäusern/Vogelschauen
  • Keine Kontaktmöglichkeit von Geflügel in Freilandhaltungen mit natürlichen Gewässern
  • Verstärkte Untersuchung von Geflügelhaltungen; bei Hühnervögeln vermehrt klinische Untersuchung, bei Gänsen und Enten PCR-Untersuchungen von kombinierten Rachen- und Kloakenproben gemäß den gesetzlichen Vorschriften
  • Geflügelbestände, denen Ausnahmen vom Aufstallungsgebot genehmigt wurden, sollten maximal im Abstand von 3 Wochen klinisch und virologisch untersucht werden
  • Vogel-Ausstellungen jeder Art sollten bis auf Weiteres unterbleiben
  • Meldung verendeter oder kranker Wildvögel und Säugetiere in Gebieten mit gehäuften Wildvogel-Totfunden an die zuständige Veterinärbehörde
  • Verstärkte Untersuchung insbesondere von verendeten oder am Wasser lebenden Wildvögeln auf aviäre Influenzaviren (passives und aktives Wildvogelmonitoring, letzteres insbesondere über Kotproben aus der Umwelt)
  • Kein Kontakt von Jägern, die mit Federwild in Berührung gekommen sind, zu Geflügel; in Wildvogel-Geflügelpest-Gebieten: Jagdverbot auf Federwild
  • Vermeidung des direkten Kontakts von Personen und Haustieren zu toten oder kranken Wildvögeln
  • Überprüfung der Durchführbarkeit der in den Krisenplänen für den Seuchenfall vorgesehenen Maßnahmen und Aktualisierung der Pläne, soweit erforderlich

 

Markus Freick

Tiergesundheits- und Tierschutzbeauftragter des SRV

13.02.2017

Klassische Geflügelpest H5N8 2016/17 – Aktivitäten des SRV

 

Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,

 

nachfolgend möchten wir Sie über bisherige Maßnahmen des SRV im Rahmen des aktuellen Geflügelpestgeschehens informieren.

 

1) Nachdem am 14. November eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen über die Anordnung der Aufstallung von gehaltenen Vögeln zum Schutz gegen die Geflügelpest erlassen wurde, hat der SRV am 23. November 2016 Widerspruch gegen diese Allgemeinverfügung eingelegt. Den Wortlaut entnehmen Sie bitte der pdf-Datei. Das Antwortschreiben der Landesdirektion kann beim 1. Vorsitzenden des SRV eingesehen werden. Aufgrund des fehlenden Verbandsklagerechtes des SRV wurde dieser Widerspruch im Januar 2017 zurückgezogen – dies auch, um Kosten bei Aussichtslosigkeit des Widerspruchs einzusparen.

 

2) Mit einem Schreiben an alle sächsischen Landräte und Bürgermeister/innen der kreisfreien Städte machte der SRV ebenfalls im November 2016 auf die Situation der Rassegeflügelzüchter aufmerksam. Das Schreiben steht Ihnen als pdf-Datei zur Verfügung. Die eingegangenen Antwortschreiben können wiederum bei Interesse beim 1. Vorsitzenden angefordert werden.

 

3) Mit der vom SRV initiierten Petition „Risikobasierte, lokale und zeitlich begrenzte Einschränkung der Freilandhaltung für Geflügel“ wandten sich die Unterzeichner mit ihrem Anliegen an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages. Der Vorstand SRV bedankt sich im Namen aller Mitglieder für die Unterstützung unserer Petition.
Fasst man die online auf OpenPetition und die handschriftlich geleisteten Unterschriften auf Sammelbögen zusammen, so haben ca. 5700 Personen unsere Petition unterstützt. Derzeit bereiten wir die Übergabe der Petition an den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages vor. Hierfür bemühen wir uns um einen persönlichen Übergabetermin. Wir werden Sie diesbezüglich auf dem Laufenden halten.

 

4) Zum Jahreswechsel fand ein Fachgespräch zum Thema HPAI und Aufstallgebot mit dem Landestierarzt Dr. Koch in Dresden statt, an dem BDRG-Präsident Christoph Günzel und LV-Vorsitzender Wolfram John teilnahmen.

 

5) Derzeit bereiten wir ein Schreiben an die Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte vor, das in den nächsten Tagen versandt wird. Der Wortlaut kann in der pdf-Datei nachgelesen werden. Wir möchten dabei insbesondere auf Probleme hinweisen, welche die weiterhin bestehende Stallpflicht mit Beginn der Fortpflanzungsperiode/Zuchtzeit für das Rassegeflügel (Fokus Groß- und Wassergeflügel und seine Züchter mit sich bringt.

 

Die Strategie des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter zum Umgang mit der Vogelgrippe können Sie unter https://www.bdrg.de/strategie-bdrg-umgang-vogelgrippe abrufen.

 

Der SRV empfiehlt den Kreisverbänden, Ortsvereinen und Züchtern, lokale Politiker (z.B. Kommunalpolitiker, Mitglieder der Kreistage, Mitglieder des Sächsischem Landtages für den jeweiligen Wahlkreis) auf unsere Probleme im Zuge des Aufstallungsgebotes verstärkt aufmerksam zu machen. Entscheidend für unsere Erfolgsaussichten ist natürlich eine sachliche und fachlich korrekte Argumentation. Die o.g. Schreiben können eine Argumentationshilfe bieten.

 

Markus Freick

Tiergesundheits- und Tierschutzbeauftragter des SRV

16.01.2017

Musterschreiben an die Landtagsabgeordneten
Anschreiben an die Landtagsabgeordneten.[...]
Microsoft Word-Dokument [26.0 KB]
Strategie im Umgang mit der Vogelgrippe
Strategie_Umgang_Vogelgrippe_BDRG.pdf
PDF-Dokument [122.9 KB]
Anschreiben Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat Sachsen
Schreiben_LÜVÄ.pdf
PDF-Dokument [263.2 KB]
Anschreiben Landratsämter
Schreiben_Landräte.pdf
PDF-Dokument [237.8 KB]
Widerspruch gegen die tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen
Widerspruch_Landesdirektion.pdf
PDF-Dokument [253.0 KB]
Merblatt zu Schutzmaßnahmen für Geflügel in Kleinhaltungen
Merkblatt-AI_2016-11-25 (1).pdf
PDF-Dokument [78.0 KB]

Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen

 

Sehr geehrte Züchterinnen und Züchter,

 

Bundesminister Schmidt (BMEL) hat am 18. November 2016 die o.g. Verordnung als Ergänzung zur Geflügelpestverordnung erlassen. Sie tritt am 21. November 2016 in Kraft tritt und ist zunächst bis 20. Mai 2017 gültig. Die Verordnung richtet sich an Geflügelhalter bis einschließlich 1000 Tiere und damit auch an Rassegeflügelzüchter. Den vollständigen Text aus dem Bundesanzeiger finden Sie in der pdf-Datei im Anhang.

Zusätzlich wurde festgelegt:

  • Führung eines Bestandsregisters (Dokumentation der je Werktag verendeten Tiere für alle Geflügelbestände; Dokumentation der je Werktag gelegten Eier für Geflügelbestände über 10 Tiere)

  • Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder sonstigen Standorten des Geflügels müssen gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert werden

  • Ställe oder sonstige Standorte des Geflügels dürfen von betriebsfremden Personen nur mit betriebseigener Schutzkleidung oder Einwegkleidung betreten werden und diese Personen müssen die Schutz- und Einwegkleidung nach Verlassen des Stalles oder sonstigen Standorts des Geflügels unverzüglich ablegen

  • Schutzkleidung muss nach Gebrauch unverzüglich gereinigt und desinfiziert und Einwegkleidung nach Gebrauch unverzüglich unschädlich beseitigt werden

  • eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe muss vorhanden sein

 

Die zuständige Behörde kann weitere Schutzmaßnahmen anordnen und in Härtefällen Ausnahmen genehmigen, soweit Belange der Tierseuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.


Dr. Markus Freick

21.11.2016

Verordnung über besondere Schutzmaßregeln in kleinen Geflügelhaltungen (Stand 21.11.2016)
Verordnung vom 18.11.2016.pdf
PDF-Dokument [25.2 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Sächsischer Rassegeflügelzüchterverband e.V.